DIN EN ISO 9001:2015

Mit der Veröffentlichung der neuen Norm am 23. September 2015 wurde die ISO 9001:2008 offiziell ausser Kraft gesetzt.

Die verbindliche Implementierung der neuen Anforderungen ist damit spätestens zum Jahresende 2018 umzusetzen. Die Gültigkeit des aktuellen Zertifikats ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Das bedeutet:

  • Zertifikate nach der ISO 9001:2008 behalten bis zum Ende der Übergangsfrist ihre Gültigkeit
  • Re-Zertifizierungen sind während der Übergangsfrist noch nach ISO 9001:2008 möglich, deren Gültigkeit endet jedoch ebenfalls mit Ablauf der Übergangsfrist

Dies bedeutet, dass für die meisten zertifizierten Unternehmen die Umstellung für den Zeitpunkt des Re-Zertifizierungsaudits geplant werden kann.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Neue Struktur und erweiterte Inhalte

Durch die neue "High Level Structure" der neuen Norm ist die Kompatibilität und Anpassung mit anderen ISO-Managementsystemen (wie z.B. ISO 14001) gewährleistet. Themen wie Risikomanagement, Change Management und Wissensmanagement kommen hinzu.

Strategische Ausrichtung

Das Qualitätsmanagementsystem muss zukünftig in die strategische Ausrichtung der Organisation eingebunden werden. Das Unternehmen muss erfassen, welche internen und externen Belange (z.B. gesetzliche, technische, wettbewerbliche oder soziale Belange) Einfluss auf Ziele, Strategie und Ergebnis des QM-Systems haben.

Erweiterung des prozessorientierten Ansatzes

Der prozessorientierte Ansatz wird  um konkrete Anforderungen zur Festlegung von Prozess-Stammdaten und zur Prozessverbesserung, z.B. die Festlegung von inputs/outputs, Leistungsindikatoren, Prozessressourcen, Prozessverantwortungen und Prozessrisiken erweitert.

Verantwortlichkeiten

Die Funktion des Qualitätsmanagementbeauftragten wird nicht mehr explizit gefordert. Die Organisation gewinnt dadurch mehr Spielraum, die Verteilung der QM-relevanten Aufgaben flexibel vorzunehmen. Bestehende Strukturen, die eine spezielle verantwortliche Person beinhaltet, können aber natürlich beibehalten werden

Risikomanagement

Organisationen müssen zukünftig Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen planen, umsetzen und deren Wirksamkeit kontrollieren. Die Behandlung von sowohl Risiken als auch Chancen bildet die Grundlage für die Steigerung der Wirksamkeit des QM-Systems, für das Erreichen verbesserter Ergebnisse und für das Vermeiden von negativen Auswirkungen.

Wissensmanagement

Wissen ist in der heutigen Wirtschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Revision der ISO 9001 trägt diesem Umstand Rechnung und fordert einen systematischen Umgang mit Wissen; zum  Schutz der Organisation vor Wissensverlust (z.B. durch Mitarbeiterfluktuation oder durch Fehler beim Erfassen und Austausch von Informationen) und zum Ermutigen zum Wissenserwerb (z.B. Lernen durch Erfahrung, Mentoring/Beratung, Leistungsvergleich).

QM-Handbuch

Das Beste zum Schluß: Endlich gibt es seitens der Norm keine explizite Forderung mehr nach einem QM-Handbuch. Änderungen gibt es auch hinsichtlich der früheren Unterscheidung von Dokumenten und Aufzeichnungen. Die neue Norm legt Anforderungen zum "Aufrechterhalten" und zur "Aufbewahrung" dokumentierter Informationen" fest.

Fazit

Mit der Revision der ISO 9001 werden neue, wichtige Aspekte für Unternehmen aufgegriffen, aber auch viele Anforderungen revidiert, welche missverständlich oder zu bürokratisch waren. Qualitätsverantwortliche sollten die Revision nutzen, um bestehende QM-Systeme weiterzuentwickeln und bestehende Strukturen zu hinterfragen. So kann der Weg zu einem praxisnahen und wirksamen Managementsystem freigemacht werden.

und Was ich für Sie tun kann

Auf der Basis meiner fast 20-jährigen Erfahrung mit allen gängigen Zertifizierungsverfahren und QM-Systemen biete ich Ihnen zu Ihrer Unterstützung diese Beratungsleistungen an:

  • Ist-Analyse zur Ermittlung des Handlungsbedarfs und Festlegung von Maßnahmen
  • Beratende Unterstützung bei Aufbau und Einführung eines QM-Systems inkl. Vorbereitung einer Zertifizierung
  • Aufbau und Implementierung neuer QM-Instrumente z.B. im Bereich des Risikomanagements
  • Harmonisierung von QM-Prozessen, d.h. Implementierung neuer Anforderungen
  • Optimierung von Geschäftsprozessen
  • Definition und Festlegung von Leistungsindikatoren
  • Ermittlung benötigter Prozessressourcen
  • Identifikation und Bewertung von Prozessrisiken

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