Multi-Site- bzw. Verbundzertifizierung

Bei einer Verbundzertifizierung arbeiten alle beteiligten Unternehmen unter einem QM-System, d.h. die Aufbau- und Ablauforganisation orientiert sich an einer für alle Unternehmen geltenden Qualitätspolitik und gemeinsamen Qualitätszielen, die in einer für alle Unternehmen/Standorte geltenden QM-Dokumentation beschrieben wird. Dabei sind die lokalen Regelungen dem zentralen QM-System untergeordnet, d.h. sie ergänzen dieses.

Dieses Zertifizierungsverfahren ist an international abgestimmte Bedingungen geknüpft, die im DAkkS-Dokument 71 SD 6 013 zusammengefasst sind.  Es kann angewendet werden für die Zertifizierung und anschließende Überwachung von Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder verbundenen Unternehmen, sofern diesen Vorgaben keine nationalen Gesetze entgegenstehen. Dies betrifft vornehmlich die Apothekengesetzgebung, die eine Multi-Site-Zertifizierung auf eine Hauptapotheke mit maximal drei Nebenapotheken einschränkt.

Um das QM-System auditieren und bewerten zu können, ist es nicht erforderlich, alle Standorte/Unternehmen zu prüfen, sondern es kann nach einer (vorgegebenen) Stichprobenverteilung vorgegangen werden. Der Zertifizierungsstelle sind jedoch die Auditberichte, Korrekturmaßnahmen und ihre Bewertungen sowie die Bewertung des QM-Systems durch die Unternehmensleitung aller Standorte zur Prüfung zur Verfügung zu stellen.

Vor- und Nachteile

+ Die Kosten für die Zertifizierung verteilen sich auf die Unternehmen.

+ Aufbau- und Ablaufstrukturen der Unternehmen sind vergleichbar.

+ Die Entwicklung eines für alle Unternehmen geltenden QM-Systems ermöglicht bei gleichen Kenngrößen den Vergleich der Unternehmen/Standorte untereinander (benchmarking).
 
- Es kann ein schwieriger und langer Prozeß sein, eine gemeinsame Qualitätspolitik sowie gemeinsame Kenngrößen zur Ermittlung der Ergebnisqualität festzulegen.